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Juni 15th, 2008

I won’t be angry when I lose my eyes
My hands will have mapped out the world by that time
And my sight,
It might forget what to do when the things
That I’ve seen and I’ve been
When they come back for me
The whole world will sing through the tips of my fingers
And I’ll feel everything like I was listening to the rain
When I lose my eyes there will be something more
Something my vision was far too afraid of
When I lose my voice there will be songs beyond the bubbling
And braying my singing was made of before
When I lose my hands there will be brand new words
And fingertips floating on top of the ocean for you
When our lungs shut down we will rejoice and shout
Building butterflies out of our breathing, believing end.

Das sind Zeilen aus dem großartigen Song “When I Lose My Eyes” von “Saturday Looks Good To Me“, einer Band, die ich vor kurzem auf Myspace entdeckt habe, und die es aus dem Stand auf die ersten Plätze meiner iTunes-Hitliste geschafft hat, zusammen mit “The Past Is A Grotesque Animal” (Video) von “Of Montreal” und meinem derzeitigen “Sven, du musst jetzt wach werden, es sind nur noch zwei S-Bahn-Stationen bis Friedrichstraße”-Lied “Barnacle Goose” (Video) von den “Born Ruffians“.

I wish that I could

Dezember 19th, 2007

Langsam wird es draußen selbst für mich zu klamm, und es gibt Tage, da könnte ich mir schon nachmittags um 15 Uhr die Decke über den Kopf ziehen und einschlummern, ohne das Gefühl zu haben, etwas von dem restlichen Tag zu verpassen. Liegt an der Jahreszeit, liegt an der Schwere über dem Land, liegt auch daran, dass sich gestern ein lieber Kollege verabschiedet hat, er mir sehr fehlen wird. Kalt, dunkel, ohne Ulf – das ist sehr viel auf einmal. Da brauche ich sehr, sehr oft meine derzeitige Lieblingsmusik von Herman Düne (oder “Dune”, das weiß ich immer noch nicht genau, jedenfalls ist er Schwede). Der hat ein Lied geschrieben, das I wish that I could see you soon heißt. Ein trauriges Lied, ein glückliches Lied, derzeit mein Sonne-in-mein-Herz-Lied. Hier gibt es ein wundervolles Video (und ein Making Of) und hier den Text zu lesen, seine Platte heißt “Giant“. Sie ist das hellste Vergnügen und macht glücklich, versprochen. Selbst um drei Uhr allein unter der Decke.

Nähe in Noten (3)

November 9th, 2007

Gestern: Arcade Fire in Berlin, Columbiahalle. Hitze. Tanzen. Rot. Kirchenorgel. Springen & Schreien. Schweiß. Gitarren. Neonlicht. Wirbelnde Haare und große Trommeln. Kanada. No Cars Go. Akkordeon, Win Butler, Régine Chassagne. Xylophon. Haiti. Pathos. Will Butler. Irrwisch. Rempeln, hüpfen, überall glückliche Gesichter. Tränen in meinen Augen. Druck, Erlösung, Schweben. Glück. Erschöpfung. Und Liebe. Und Unbedingtlebenwollen. Ernste Nähe. Ich hatte Arcade Fire noch nie live gesehen, und ich hatte ein ganz anderes Konzert erwartet: Ein ruhigeres, getrageneres. Mit mehr künstlerischer Distanz. Nicht so einen brachialen, rockigen, unmittelbaren Auftritt. Ich hatte auch nicht gewusst, wie sehr diese Musik etwas in mir berührt – wie sehr sie unmittelbar meine Musik ist, wie sehr sie sich einen Tunnel in mich bohrt und mir dabei Hoffnung gibt, dass es dort nicht nur dunkel sein wird. Ja, das klingt pathetisch. Und romantisch. Aber so war das gestern. Schutzlos romantisch mit Pogo. Ich hoffe, dass ich viele Momente dieser Nacht in mir aufbewahren kann. Hier drei Kritiken, ein Video.

Nähe in Noten (2)

Oktober 8th, 2007

Gerade habe ich in meiner Küche ein Konzertplakat der “Decemberists” aufgehängt, und da wird es zumindest bis Ende des Jahres bleiben. Ich habe es eine Nacht vor dem Konzert auf “Kampnagel” in meinem Zweiten Wohnzimmer von der Wand genommen, und ich freue mich immer noch, dass ich das gewagt habe. Denn so erinnere ich mich jedes Mal, wenn ich in die Küche gehe, an diese Stunden. Ich hatte “The Decemberists” schon einmal im Februar gesehen bei einem intensiven Auftritt im Knust, und ich war nicht sicher, ob die Band sich im größeren Kampnagel wohlfühlen würde – aber meine Befürchtungen waren unbegründet: Da haben sich in Portland, Oregon, USA, fünf Menschen gefunden, die Musik lieben und die keine Scheu davor haben, als Zugabe ins Publikum zu gehen und auf allerkleinsten Raum ohne Strom ein Lied zu singen. Ich habe noch nie auf einem Konzert neben dem Sänger gestanden! Und die Band ist zwar schon Klasse, aber Sänger Colin Meloy ragt für mich heraus. Wer ihn hören mag: Hier gibt es gratis und legal eine Platte mit Coverversionen von Morrissey. Hach.

The Decemberists

Interessant finde ich übrigens, dass ich zu wirklich jedem Konzert auf Youtube Videos finde von Menschen, die neben mir / ganz woanders standen. Hier sind die 1, 2, 3 restlichen von Kampnagel.

To be ganz bald continued.

Nähe in Noten (1)

Oktober 6th, 2007

Ist es nicht erstaunlich, dass manches mir im Leben so erscheint, als sei es schon immer da gewesen – obwohl ich noch vor einem Jahr keine Ahnung hatte, dass es überhaupt existiert? Solch eine tiefe Abruptbeziehung wächst nicht, sie ist plötzlich da, ihr Atem riecht nach Affäre, warm und nah, sie sagt hallo und meint schön, dass es uns gibt. So geht es mir derzeit mit Musik: Ich habe Affären, die nicht nur nah sind sondern auch laut herausschreien, dass es sie gibt. Denn ich gehe in diesen Wochen auf so viele Konzerte wie lange nicht, weil ich so viele neue tolle Bands entdeckt habe oder frühere Entdeckungen zu Besuch kommen, wie meine alte Liebe “Modest Mouse” in die Fabrik.

Eine meiner neuen Lieben: “The Twang” aus Birmingham (bitte nicht verwechseln mit “The Twang” aus Braunschweig – die machen Countrymusik, und für die hatte ich Trottel aus Versehenen zuerst Karten gekauft). Die richtigen “The Twang” machen großartigen britischen Indierock, der sich im Ohr, im Hirn und im Herzen festsetzt. Gut, um alleine eine glückliche Träne zu verdrücken, die Musik würde aber auch ein Stadion fluten. Bei mir war es der winzige Club “Molotow” auf der Reeperbahn, und entweder “The Twang” hat es außerordentlich gut gefallen dort, oder sie können nicht anders – jedenfalls habe ich selten eine Band gesehen, die so kraftvoll aufgetreten ist und gespielt hat, als gäbe es kein Morgen mehr. Hier gibt es ein winziges Video von dem Konzert, das aber lügt: Es war gefühlt viel besser.

Anspieltipps: “Either Way” (in dem sich rough auf stuff auf enough auf love reimt), “Wide Awake” oder “Two Lovers”. Mir fällt kein schlechter Song auf dem Debütalbum ein, etwas, dass ich nicht oft finde; außer auf dem ersten Album von “Athlete” oder bei den wundervollen “Postal Service“.