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10 x 1910

Oktober 3rd, 2010










Bremsweg 15

Mai 18th, 2010

Rostock

Bremsweg 24

Mai 9th, 2010

Konfetti
Konfetti
1. Liga
PK
Fanladen
Backfisch
Deerns
Bus

Bremsweg 36

April 27th, 2010

Kollaustraße
Kollaustraße
Kollaustraße
Kollaustraße
Kollaustraße
Kollaustraße
Kollaustraße

Bremsweg 51

April 12th, 2010

Astra

Hamburg, eure Perle

März 9th, 2010

Außerdem war ich vor kurzem erstmals im “Miniaturwunderland” in Hamburg, dieser riesigen Mini-Eisenbahnlandschaft im Hafen. Und mein Gott, war das voll da. An einem Montagvormittag. Nicht auszudenken, was am Wochenende dort los ist. Ein Besuch dort ist aber auch wirklich ganz nett für eins, zwei Stunden: Züge fahren durch Hamburg, durch die USA und Skandinavien und an einem DJ Bobo-Konzert vorbei. Die Zielgruppe – Kinder und Kinder in bärtigen Männern – ist begeistert. Und gerade den HSV-Fans wird einiges geboten, nämlich ein sehr liebevolles Modell der HSH Nordbank-Arena inklusive Videoleinwand und einem dort gerade stattfindenen Heimspiel gegen den FC St. Pauli. Dass dieses 4:1 gewonnen wird, kann ich ja noch verstehen (man will ja keine Besucher so verärgern, dass sie im museumseigenen Restaurant keine teure Wurst mehr essen mögen) – aber dass, während das Spiel läuft, draußen noch St. Pauli-Fans vor dem Eingang von der Polizei eingekesselt werden, war mir dann doch zu viel Wirklichkeitsnähe (schön allerdings finde ich, dass es der Ultra mit dem Megaphon anscheinend nicht pünktlich zum Anpfiff geschafft hat – und stelle mir vor, wie seine Genossen im Stadion nun gar nicht wissen, was sie singen sollen). Ansonsten bedauere ich die Mitarbeiter des Wunderlands, dass sie alle paar Monate den Namen des Stadions ändern müssen, und weise sie noch auf einen Fehler hin: Die vielen Autos, die vor der Arena parken, haben allsamt Hamburger Nummernschilder. Kein einziges kommt aus Pinneberg oder Winsen an der Luhe. Das raubt dem Gesamtwerk einiges an Authentizität.

Minaturwunderland 1

Minaturwunderland 2
Minaturwunderland 3
Minaturwunderland 5Minaturwunderland 4

Walk on (and never come back)

Januar 24th, 2010

Ich war gestern im Stadion gegen Aachen. Es waren außer mir noch weitere 19629 Zuschauer da. Und ich stand ausgerechnet hinter den schlimmsten und widerwärtigsten St. Pauli-Fans, die ich je erlebt habe. Zur Vorgeschichte: Beim Hinspiel in Aachen ist ein St. Paulianer von einer Brüstung gestürzt und hat diesen Fall nur sehr knapp überlebt. Viele haben ihm Glückwünsche gesendet danach, viele haben Geld gespendet, Fans und beide Vereine haben ihn also mit allen Kräften unterstützt.Gestern war er im Stadion, um sich zu bedanken. Oder er hat es versucht. Er stand vor Anpfiff auf dem Spielfeld und hat zwei Mal angesetzt, eine vorbereitete Rede zu verlesen. Zwei Mal ist er nicht über die ersten Sätze hinaus gekommen, dann hat ihn seine Stimme verlassen – und er hat begonnen, zu weinen. “Ich danke als erstes dem Aachener Mannschaftsarzt” – Tränen. “… der mich zwei Mal zurück geholt hat”. Tränen, Schluchzen. Über Lautsprecher. Jeder im Stadion musste spüren, wie schwer ihm das fiel. Und wie dankbar er war. Viele haben ihm applaudiert, um ihm Mut zu machen. Nur die Idioten vor mir nicht. Die haben gelacht. Die ganze Zeit. “Was soll das denn jetzt, ich bin doch zum Fußball hier”, hat der eine seinen Kumpels zugerufen. Lachen. “Oooh, mir wird ganz warm ums Herz”, rief der andere. Lachen. Und als der Fan zu einer Runde um das Spielfeld ansetzte – “oh nein, das jetzt auch noch”– sich bei den Aachener Fans bedankte und schließlich vor der Südtribüne ankam und dort beklatscht wurde, fielen zwei der schlimmsten Sätze, die ich im Stadion je gehört habe. “Der hat sich damals wohl absichtlich fallen gelassen, um heute bejubelt werden” und “Haha, jetzt ruscht er bestimmt gleich aus und knallt mit dem Kopf gegen den Torpfosten.” Mir fehlt die Vorstellungskraft, mich in diese Köpfe hinein zu versetzen. Das war so unglaublich abstoßend und menschenverachtend, ich hätte nicht gedacht, dass ich so etwas am Millerntor jemals erleben würde. Und bin dann in der Halbzeit gegangen. Aus Ekel. Und enttäuscht von mir selbst, dass ich den Typen nicht einfach eine geknallt habe.

9/12

September 12th, 2009

9/12 ist da, der Samstag, auf den seit Wochen alles hinzuwarten scheint: Bewohner, heimische und zugereiste Autonome, BILD-Reporter und Polizisten aus dem ganzen Land feiern heute das Schanzenfest mit Flohmarkt, Musik, Feuer und Blaulicht. Ein traditionelles Stelldichein ist das, ein riesiges Räuber- und Gendarm-Spiel, bei dem sich alle freuen, dass so viele von den anderen da sein werden. Schon jetzt kreisen die Hubschrauber vor meinem Fenster, gerade geht sogar eine Sirene los. Gleich werde ich mal runter laufen in die Schanze und mich freuen, wie bunt alles ist und leicht und wie liebenswert. Doch irgendwann, das weiß ich auch, wird eine der beiden Seiten die Schnauze voll haben, dass so viele Menschen so viel Spaß haben, ohne dass das jemand genehmigt hat. Im Juli, beim Hinspiel, war das die Polizei; mal sehen, wer dieses Mal keine Lust mehr hat zu warten – Schwarz oder Grün. Wie ich höre, ist für 21:30 Uhr eine Kissenschlacht geplant vor der Roten Flora, und danach wird der Stadtteil wohl wieder Federn lassen. Ich werde da sein, weil es gut ist, da zu sein. Und ich werde gehen, wenn das Ganze nicht mehr mein Spiel sein wird. Erfahrungsgemäß sitze ich spätestens um Mitternacht auf meinem Sofa und schüttle den Kopf über das bestellte Haschmich da draußen – und dann werde ich mich lächelnd erinnern, wie der Tag angefangen hat: mit einem Fest, das sein muss, weil so vieles nicht sein muss.




Der Regen…

August 23rd, 2008

… geht bestimmt auch wieder vorbei, sagen mir meine innere Stimme und die Erfahrung von mehr als zehn Jahren Hamburg. Etwas sagt mir auch, dass ich das Wetter gerade sogar ein wenig mag – es regnet nun schon so lange, dass ich mich frage, ob das auch endlos so weiter gehen könnte. Das frage ich mich nicht zum ersten Mal, und wie immer muss ich dann an eine meiner Lieblingsgeschichten von Ray Bradbury denken aus seinem Buch “Der illustrierte Mann“. Sie heißt “Der lange Regen” und spielt auf der Venus, wo es ohne Unterlass seit vielen Jahren regnet. Ein Trupp Soldaten versucht, eine trockene “Sonnenkuppel” zu erreichen, um sie herum nur “der weiße, weiße Dschungel mit den bleichen, käsigen Blättern, der wie aus nassem Camembert geschnittenen Erde und den wie Riesenpilze aussehenden Baumstämmen”. Der Trupp wird auf der Suche nach der rettenden Kuppel wegen der immerfort auf ihre Köpfe prasselnden Regentropfen verrückt, und nur einer kommt lebend an. Ich stelle mir dann oft vor, wie Hamburg nach zehn Jahren Dauerregen aussehen würde, die Bäume vor meinem Balkon oder “Planten un Blomen”. Bestimmt auch sehr schön. Ich freue mich sowieso sehr, wieder hier zu sein, und ich freue mich auch, dass ich mich gestern noch dazu aufgerafft habe, in Leipzig ein Bild vom Eingang des Neuen Jüdischen Friedhofs zu machen, an dem die Straßenbahn zur Messe vorbei fährt. Nur über das Spiel gestern gegen Greuter Fürth will ich nicht reden, sonst werde ich wieder schwermütig. :)

Liebe und Tod
Skateboardverbot

Die letzten Tage war ich (zum ersten Mal seit langer Zeit) am Millerntor, sogar auf der neuen Südtribüne, diesem im Vergleich zum Rest des Stadions gigantischen Bauwerk, dass ein wenig dasteht, als hätte sich ein Stadtplaner auf seinem Stadtplanerprogramm verklickt. Und trotzdem mag ich das Ding. Ich mag nicht dort stehen oder sitzen, mir ein Spiel ansehen und mich von den “Ultras” einlullen lassen; ich mag die Südtribüne als steingewordenes Symbol dafür, dass man nur lange genug an etwas glauben muss, dann wird es schon wahr werden. Seit ich nach Hamburg gekommen bin, habe ich mit angehört, dass nun bald das neue Stadion gebaut würde, dass schon morgen die Bagger kommen könnten. Doch dieser Morgen kam nie, und man hatte sich schon daran gewöhnt. Mit einem Mal jedoch rollten sie an, und die alte Süd sah nach kurzer Zeit aus wie auf dem Foto unten: Sie war verschwunden. An einem meiner Lieblingsplätze im Stadion klaffte plötzlich eine Baustellenwunde, wo früher die Anzeigetafel stand, stand nun nichts mehr. Unter dieser Tafel war die Stelle, an der ich oft gesessen habe nachts, weil das Stadion dort immer offen war, unbewacht – und um Mitternacht sehr ruhig. Es war schön, ganz alleine auf das stille Feld zu schauen, auf den Bunker auf der anderen Seite und den Kopf voller lauter Erinnerungen zu haben an schnelle Flügelläufe und rettende Tore. An diesem Ort hüpfen nun die jungen “Ultras” auf frischgetrocknetem Beton, alles ist größer und höher (zu hoch für mich), und trotz meiner Wehmut spüre ich kaum Trauer. Weil es besser ist, ein neues Stadion zu bauen als irgendwann gar kein Stadion mehr zu haben und keine Flügelläufe und keine rettenden Tore. Ja, das klingt rational, und das ist es auch. Ich melde mich wieder, wenn die Gegengerade abgerissen wird.

Baustelle Millerntor

Heimspiel

Mai 11th, 2008

Noch eine dreiviertel Stunde, dann geht es los zum letzten Heimspiel der Saison. Es geht um nichts mehr, außer darum, in der prallen Sonne zu stehen und zu feiern. Und das ist ein sehr entspannter Zugang zu einem Sonntagnachmittag am Millerntor, besonders nach den letzten Jahren. Mal sehen, ob die Gäste aus Aachen das genau so sehen, überholen können wir sie ja in der Tabelle eh nicht mehr. Apropos Gäste: Extra für den weit angereisten Gast vom “Lieblingsbier” gibt es heute noch ein Bild von der “Bierhütte” an der Königsstraße. Ist gratis und umsonst – das geht quasi aufs Haus.

Breitenberg
Bierhütte

Ich könnte sehr viel schreiben zum gestrigen Abend, doch der Abend gestern hat auch zur Folge, dass ich zu erschöpft bin, viel darüber zu schreiben. Es ist eine glückliche Erschöpfung, wie nach einer langen Wanderung oder einem Tag harter und erledigter Arbeit an der frischen Luft. Eine Erschöpfung, die mich völlig ausfüllt mit Wärme und Glück. Und ich bin heiser und klinge wie Elmar Gunsch, falls den noch jemand kennt. Was ist passiert? Ich war im Stadion, am Millerntor, ein Mittwochsspiel, 17:30 Uhr, Nachmittagssonne. Und wir haben gewonnen gegen einen potentiellen Aufsteiger – und gegen den Schiedsrichter. Was für ein emotionales Spiel, voller Kampf und Stil. Ich hatte eine Freundin von mir mitgenommen, es war ihr erstes Mal bei einem St. Pauli-Spiel am Millerntor, und auch sie hatte am Ende einen Blick in den Augen, wie ihn nur jemand haben kann, der gerade etwas Großem beiwohnen durfte. So muss ich ausgesehen haben, als ich zum ersten Mal den Grand Canyon gesehen habe – ich wusste, was mich erwartet, aber ich war dennoch überwältigt und zu Tränen gerührt: Man steht fassungslos vor einem Stück Leben und wird überschwemmt von einem kindlichen Glück, das mit den Jahren oft verloren geht – der bloßen Freude darüber, wie wundervoll es ist, auf dieser Welt zu sein.

Jetzt habe ich doch viel mehr geschrieben, als ich eigentlich wollte. Und noch dazu fällt mir auf, dass ich ohne Pathos nicht über Fußball schreiben kann. Deshalb gibt es zum Runterkommen jetzt noch eine Ente, die an der Elbe darauf wartet, Mutter zu werden. Oder ist sie schon Mutter, wenn sie brütet und darauf wartet, dass die Kinder schlüpfen? Ach, ich weiß auch nicht. Hauptsache, nicht stören!

Entenstörung
Die Ente selbst
Entengarten

Sonnenfinsternis

April 12th, 2008

Gestern bin ich nach Münster und Köln gefahren, rund 800 Kilometer hin und zurück, bei grauem Himmel und Regen, Stau und Baustellen. Heute scheint die Sonne. Eigentlich ein guter Deal. Ich war an der Elbe spazieren, einkaufen, im Viertel unterwegs, mit einem 1:3-Auswärtslied auf den Lippen. Trotzdem hilft es nichts: Ich bin schlecht drauf. Warum, weiß jeder, der mich kennt, das gehört hier nicht her. Die Sonne aber soll wissen, dass sie alles noch schlimmer macht. Bei Regen mies gelaunt zu sein, ist gesellschaftlich anerkannt, man muss sich nicht rechtfertigen. Ich nehme es ihr aber nicht übel. Bleib gerne noch, bitte geh nicht weg. Vielleicht wird das ja der Sommer meines Lebens.

Sommer

Stadionverbot

April 6th, 2008

Ich darf nie wieder ans Millerntor – oder zumindest so lange, bis wir rechnerisch nicht mehr absteigen können. Ich war nämlich heute nicht da. Eines der wenigen Male seit zehn Jahren verpasse ich ein Heimspiel (weil ich arbeiten musste), und dann fegen wir Freiburg 5:0 vom Platz! Fußballfans sind meist abergläubig, und da gehöre ich leider auch ein wenig dazu. Also muss ich auch jetzt dieses Zeichen ernst nehmen: Kaum bin ich mal nicht im Stadion, spielt die Mannschaft befreit auf. Wenn es da einen Zusammenhang gibt, bin ich geliefert. Ich werde das Ganze empirisch angehen und Buße tun, sollten wir nächstes Heimspiel in meiner Anwesenheit wieder jämmerlich verlieren. Fußballgott hilf!

Nachtrag: Heeeeening Bürrger!

10 x Wochenende

März 30th, 2008

  1. Surreal: der junge Akkordeon-Spieler in der U-Bahn am Baumwall, als ich am Freitag nach der letzten Verabschiedung nach Hause gefahren bin. Hamburg in Zeitlupe. Wie ein Filmende.
  2. Skurril: die kurzhaarige Frau Freitagnacht in der Schanze, mit ihrer Dose “0,5 Original“-Bier in der Hand, die in der Altenpflege arbeitet und Samstag leider früh raus musste.
  3. Schlimm: das 1:1 gestern in Paderborn. Und das 1:2, das 1:3 und das 1:4.
  4. Schmackhaft: das “Grüne Soße“- und “Handkäs“-Essen gerade in der Eimsbütteler Chaussee.
  5. Schön: am Samstag mit H. “Postal Service” und “Modest Mouse” in der “Mutter” hören.
  6. Sentimental: wie früher den Dünen laufen gehen wollen, sich aber nicht zu fragen trauen.
  7. Seltsam: das Gefühl, zum ersten Mal ein Wochenende ohne Montag zu haben.
  8. Störend: die erste Stechmücke in meinem Wohnzimmer.
  9. Süß: dass S. sogar im Zug aus Kopenhagen an mich gedacht hat und sich auf unsere Emails heute freut. Ich werde ihr gleich eine schicken, dass sie gleich am Morgen eine von mir hat.
  10. Sonne: ein Traum, der hoffentlich so bald nicht mehr aufhört.