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Stilisierte Setzlinge

Mai 13th, 2009

Was manch andere ihr Kontoauszug, ist für mich mein Logfile: Ich schaue da manchmal gerne drauf. Vor allem, um zu sehen, mit welchen Google-Suchanfragen die Leute auf meinem kleinen Blog landen. Da steht zum Beispiel seit Monaten durchgängig auf dem ersten Platz der Begriff “starkes Beruhigungsmittel”. Das ist nun zwar kein besonders schönes Kompliment, aber dafür erscheine ich bei dieser Suche sogar auf dem dritten Platz. Weitere schöne Suchanfragen:

rettet die rathausuhr
discothek-roes bilder 2007-2008
hochzeitskleidergeschäfte
psycho wörter
st.pauli immer bei anpfiff rufen
rauchgasvergiftung powerpoint
pomelo welk
Mann ständig auf Dienstreise
fanta strawberry gibts nicht mehr
Keine Stilisierten Setzlinge
weinende blase
fußballenten
Gibt es ein Herzlied
steuermarke klappern

Was ist eine “weinende Blase”? Und was habe ich mit dieser Discothek zu tun? Was genau sind “stilisierte Setzlinge”, und kann man wirklich mit Steuermarken klappern? Das ist das Problem: Ich könnte das alles googlen – aber was nützt mir das, wenn ich immer wieder hier lande?

*schluck*

März 2nd, 2009

Es passiert mir nicht häufig, dass ich erschrecke, wenn ich eine Seite im WWW aufrufe. Gerade aber ist es passiert: Ich bin zusammen gezuckt, als dieses Popup auf meinem Monitor erschien. Dabei hatte ich gar nicht vor, diese Website zu verändern, sie zu zerstören oder Informationen zu stehlen. Ich wäre dazu gar nicht in der Lage. Trotzdem hatte ich gleich das Bild vor Augen, dass in diesem Moment irgendwo in den USA Männer in schwarzen Anzügen, die sich mit “Mr. Orange” und “Mr. Blue” anreden, auf ihren Bildschirmen genau verfolgen, was ich auf ihrer Site anstelle. Vielleicht bimmelt es bei ihnen sogar wie in “Kuckucksei”, wenn jemand kommt. Ich zumindest bin dann recht schnell wieder weg – erwarte aber nun gespannt eine Häufung von .gov-Adressen in meinen Logfiles. Ansonsten wäre ich, ehrlich gesagt, ein wenig enttäuscht.

Inspiriert durch…

Februar 28th, 2009

… verschiedene Facebook-Einträge – und schließlich von Herrn Kaliban dazu verführt, es selbst mal auszuprobieren, habe ich gerade ein paar virtuelle Bands gegründet. Und zwar nach diesem Verfahren: Hier klicken: Der Titel des Wikipedia-Eintrags wird zum Namen der Band. Dann hier klicken und runter scrollen. Die ersten vier oder fünf Wörter des letzten Zitats auf dieser Seite ergeben der Albumtitel. Dann noch ein mal diesen Link anklicken: Das dritte Bild auf Flickr wird das Cover des Albums. Die Resultate dann mit Photoshop oder ähnlichem zusammen bringen und irgendwem zeigen. So jedenfalls die Regeln. Ob ich jetzt noch Myspace-Seiten machen sollte?



A wie Ara, B wie Ara, Web wie Ara

November 28th, 2007

AraIch habe gestern aus Versehen, wie ich betonen möchte, etwas überaus Seltsames entdeckt. Nämlich: Gibt man einzelne Buchstaben in die Bildersuche von “Google” ein – also A, B, C oder ähnliche – dann erscheint bei 19 von 26 Buchstaben auf der ersten Seite dieses Bild eines Papageien. Genauer: Bei A, B, D, E, F, I, L, M, N, O, P, R, S, T, U, W, X, Y, Z ist der Ara zu sehen – und nur bei C, G, H, J, K, Q und V nicht. Er ist laut Eigenaussage eine entzückende und farbenfrohe Handpuppe für rund 43 Euro bei 65 cm Größe, “der Schnabel und der Kopf können von unten am Hals animiert werden”. Nun frage ich mich, wie es dieser Ara, dessen “Wortschatz sehr höflich aber auch so frech wie seine Farben sein” kann, immer wieder auf die Ergebnisliste schafft. Am Dateinamen kann es nicht liegen, der lautet schlicht “2362.jpg”. Und auch auf der Webseite selbst kommen zwar eine Menge As und Bs vor, aber nicht in relevanter Häufung. Bleiben die Hinweise, die Google selbst einem gibt, sprich: der Kontext, der unter dem Ergebnis angezeigt wird. Bei der Suche nach “A” zum Beispiel findet sich “Weitere Informationen: kghoaatxttqcx”. Bei anderen Treffern steht unter anderem “rhezrvuxdvepwbnio”, “uyLhyiofeyybohpghapcibcepihra” oder “/dk/xPhpahznppamgqvebpjiiedevkns” – und nichts davon kommt im Quelltext vor. Was aber bringt den Ara so weit nach vorne? Vielleicht ist das Ganze nur Zufall – vielleicht aber auch übernimmt der Papagei eines Tages das gesamte WWW. Seid wachsam!

Good bye, London

Oktober 25th, 2007

Ich packe jetzt. Die Arbeit ist getan, und morgen muss ich früh raus. Es waren einige anstrengende aber auch ertragsreiche Tage auf dem “Virtual Worlds Forum” in London (hier gibt es Podcasts von einigen Vorträgen). Ich habe jedenfalls noch nie so viele Visitenkarten in so kurzer Zeit gesammelt, darunter einige von Menschen, deren Artikel und Blogs für mein Buch sehr wichtig waren. Und ich habe auch noch zwei Texte geschrieben, dafür werde ich bestimmt Mitarbeiter des Monats. Wer übrigens denkt, dass so eine Veranstaltung in einem *****-Hotel unter Kerzenleuchterlicht stattfindet, der irrt:

Virtual Worlds Forum

Nein, ich bin nicht schlecht drauf. Obwohl London heute wirklich sehr grau und nass war. Was mir sonst noch aufgefallen ist: Hier schaut sich niemand auf der Straße in die Augen, jeder schaut durch den anderen durch. Ich habe es wirklich versucht, aber es schaut niemand zurück. Geht das vielleicht nur so? So viele Menschen auf so engem Raum? Ich denke jedenfalls nicht, dass das an mir liegt.

Preise! Preise! Hölle! Preise!

Oktober 10th, 2007

Stellen Sie sich vor, Sie kommen gerade aus einem Supermarkt, sagen wir aus einem “Plus” – und plötzlich streckt Ihnen jemand ein Mikrofon entgegen und sagt: “Hallo. Eine kurze Frage zu ‘Second Life’ – wie kann man sich in dieser Welt bewegen?” Was antworten Sie? Schnell! Sagen Sie a) nichts, weil Sie es nicht wissen oder sich überrumpelt fühlen? Oder antworten Sie souverän b): “Ich kann mich mit allen möglichen Transportmitteln fortbewegen: Fahrräder, Autos, Snowboards, Flugzeuge, Schiffen, U-Booten – oder mit den futuristischen Transportkapseln vom ‘Kleinen Preise Land’!“? Für b) entscheidet sich die ältere Dame auf dem Foto oben links, ohne mit der Wimper zu zucken. Und das auch noch mit sächsischem Akzent. Die anderen “Plus”-Kunden wissen, wie man in “Second Life” Menschen kennenlernt oder wie man “zu den tollsten Inseln” kommt. Der Mann rechts oben sagt übrigens meinen Lieblingsatz, den ich nicht verraten möchte – den muss man im Original hören. Das Ganze ist Teil der Werbeaktion für die virtuelle Filiale (SURL) des Discounters “Plus” in “Second Life”, der dort spät aber mit einigen netten Ideen nun auch präsent ist. Ihren Abschluss finden die Interviews mit einer Ode der Schlümpfe an Wolfgang Petri. Wahnsinn. Aber auch … hm… irgendwie charmant.

PLUS

Mein ungemein tiefgängiges und unterhaltsames Buch “Second Life. Wie virtuelle Welten unser Leben verändern” ist heute im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung besprochen worden, und das sogar recht positiv – bedenkt man, wie beliebt es derzeit unter Journalisten ist, alles, was mit “Second Life” und sonstigen virtuellen Weltversuchen zu tun hat, niederzuschreiben. So gesehen freut mich das Urteil der FAZ noch mehr. Abgesehen davon natürlich, dass ich noch zu Jahresbeginn nicht im Traum daran gedacht hätte, in diesem Jahr in irgendeinem Feuilleton aufzutauchen :).

FAZ