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Rettet die Rathausuhr!

Dezember 26th, 2007

Heute ist der letzte Weihnachtsfeiertag.

Und ich habe (wie jedes Jahr seit 15 Jahren am 25.12.) etwas ganz Wundervolles getan: Alle drei Teile von “Zurück in die Zukunft” hintereinander gesehen! Mein Kopf schwirrt also vor Flux-Kondensatoren, McFlys und DeLoreans. Die Idee, in die Vergangenheit reisen zu können, fand ich schon als Kind faszinierend: vor Ort (also: vor Zeit) zu erleben, wie es wirklich gewesen ist im alten Jerusalem, in Ägypten oder im Berlin der Zwanziger. Ich habe – wie Doc Brown – Jules Verne verschlungen, aber beeindruckt hat mich auch ein Buch von Johanna von Koczian: “Abenteuer in der Vollmondnacht” heißt es, darin macht ein kleiner Junge eine Zeitreise und trifft unter anderem Mozart. An “Zurück in die Zukunft” mag ich aber auch, dass sich zumindest der erste Zeil so unglaublich nach “Achtzigern” anfühlt und ich damals natürlich gerne so cool gewesen wäre wie Michael J. Fox. Die heutige Technik ermöglicht zumindest eine kleine Reise zurück: Ich kann einfach so tun, als würde ich seit 15 jahren die Filmtrilogie traditionell zu Weihnachten komplettgucken. Einfach einen Blogeintrag erstellen, und, wie das in meiner Software so schön heißt, den “Zeitstempel bearbeiten”, und schon existiert ein Eintrag von 1987. Dass der nicht echt sein kann, erschließt sich daraus, dass es damals die Teile 2 und 3 noch nicht gab. Egal. Ich habe auch Einträge für 2054 vorgeschrieben – bitte dann nicht erschrecken!

Freie Platzwahl

Dezember 20th, 2007

Es ist bislang eine Woche der Zeitreisen: Am Wochenende habe ich mir alte Fotos angesehen, gestern hatte ich ein langes Gespräch über freiere Geschlechterrollen in den achtziger Jahren, gerade komme ich vom Konzert von Empty Trash aus dem Knust (wo DSDS-Deserteur Max Buskohl sich bemüht hat, sein Bild eines Rockstars mit Leben zu erfüllen), im Moment spielt auf Pro7 Boris Becker gegen John McEnroe – jeder Mensch, jedes Ding und jeder Gedanke scheint seinen festen Platz in der Geschichte eingenommen zu haben und ist zitierfähig geworden: Ich zitiere immer wieder frühere Situationen, Buskohl zitiert Vorbilder wie Robert Plant (so wie Alt-Plant derzeit Jung-Plant zitiert), Becker und McEnroe imitieren Becker und McEnroe. Was mich freut: Wenn aus all dem Festgefassten etwas Neues, vielleicht sogar Kunst entsteht. Wenn Kunst diese festen Plätze hellgrell ausleuchtet oder wenn sie Dinge, Menschen und Gedanken gewaltsam an einen anderen Platz und in andere Zusammenhänge verrückt – so wie sich nun dieser in Form getackerte Baum an der Mauer des Buddhistischen Zentrums in der Thadenstraße im Zusammenhang dieses Blogeintrags wiederfindet (bzw. sein Abbild):

Thadenstraße

Dinge aus ihrem Zusammenhang zu reißen und sie neu zu komponieren oder in eine neue Ordnung / Freiheit zu überführen, ist mein Beitrag. So wie dieser Ausriss aus einer Plastiktüte des Kaufhauses “Hertie”, das in den Neunzigern mit dem Slogan “Gut ist uns nicht gut genug.” geworben hat. Dieses filetierte “NICHT” mit seinem PUNKT, diese Negierung des “Eigentlich Gemeinten” begleiten mich seit mehr als einem Jahrzehnt, und wir beide mögen uns immer noch. Was daraus entsteht? Vielleicht keine Kunst, aber immerhin ein weiterer Gedanke, der seinen Platz gefunden hat.

Nicht.

Was zusammen gehört

Dezember 12th, 2007

Auf Pro 7 läuft gerade “die ergreifendste Folge” von Grey’s Atonomy und ich bin auch ganz ergriffen. Die Serie läuft nämlich ohne Ton. Dafür höre ich die zerbrechliche, kraftvolle Version von Bob Dylans “Knockin’ on Heaven’s Door” von Antony and the Johnsons. (aus dem Soundtrack des Films “I’m Not There”). Diesen Künstler habe ich vergangenes Jahr entdeckt, und er hat mich bis heute nicht mehr losgelassen. Es wäre dennoch zu intensiv gewesen, seine Musik in den vergangenen Monaten zu hören; zu viel verbinde ich damit, so viel Schönes sogar – die Schwester der Verzweiflung ist ja die Romantik. Vielleicht ist das aber auch nur keine Musik für den Sommer, wenn es draußen grau und kalt ist.

Weihnachtshase

Stimmt es eigentlich, dass nicht verkaufte Weihnachtsmänner in Osterhasen umgeschmolzen werden? Und umgekehrt? Dann wären ja die überlebenden Exemplare, die in meiner Küche seit Jahren auf dem Fensterbrett wohnen (und die nur für dieses Foto auf die Tischdecke umgezogen sind) ein Symbol für die ewige Wiederkehr von Leben und Tod, von Ankunft und Abreise, von Trennen und Zusammengehen und Trennung und Zusammenhalt. Von Tränen vergießen und trocknen. Passt irgendwie auch zu den Ärzten im Fernsehen vor mir, auch weil sich in Küchen bestimmt genau so viele dramatische Szenen abspielen wie in Intensivstationen. Es folgt das profane Bild meiner Küchensteckdose auf orangenem Putz (bzw. natürlich auch als Symbol für Erfülltsein und Leere, für Funktionieren und Verweigerung):

Steckdose

BS: Oh Nein! Jetzt ist mir der Weihnachtsmann beim Zurückstellen auf das Fensterbrett in der Hand zerbröselt. Und der Osterhase musste dabei zusehen. Dr. Derek, bitte kommen Sie schnell!

Birds Got Rhythm

November 1st, 2007

Ich mag Vögel, seit ich klein war. Da hatte ich wie viele Kinder einen Wellensittich, einen blauen, ein Männchen (unten sieht man das einzige Foto, das es von ihm gibt). Seitdem habe ich ein Faible für Vögel, besonders für ihre oft anmutige Komik – und die Selbstverständlichkeit, mit der sie vorgetragen wird. Ein ganz besonderes Exemplar ist mir heute zugeschickt worden – per Link zu einem Blogeintrag. Es ist das Video von SNOWBALL, einem tanzenden Kakadu (glaube ich). Hier gibt es ein 2. Tanzvideo, hier steht, wie “Snowball” zu seiner Besitzerin kam, und heute sind die beiden bei Letterman.

Wellensittich

Herzlichen Glückwunsch!

Oktober 11th, 2007

Ralf hat heute Geburtstag. Ich kenne Ralf seit Ewigkeiten. Ich glaube, ich kenne keinen Menschen länger, der nicht mit mir verwandt ist. Wir sehen uns selten, aber wir freuen uns jedes Mal. Und wir haben eine gemeinsame Geschichte, die mit einem Spiel zu tun hat: mit “Rally Speedway” von 1983. Wir haben es oft gegeneinander gespielt, am Wochenende, nach der Schule, nachmittags, abends. Wir waren so gute Fahrer, dass für uns Sekunden Welten waren, jede Kurve konnte den Sieger küren. Manchmal war der Start entscheidend. Was für eine Qualität in diesem fast 25 Jahre alten Spiel steckt! “We provide the thrills, you provide the skills” beginnt die Anleitung, auf dem Titelblatt steht:

Focus. Unwavering and total. Think of it as a raw concentration torched up to liquid-fire intensity, and then cooled and hammered out into an unyielding veneer of determination. Think of it as The Edge. No race has ever been won without The Edge and no race ever will. This race won’t be any different.”

Pathos. Große Klasse. Und mehr als Nostalgie. All das steckt hinter diesen paar Pixeln:

Rally Speedway Rennwagen

Ralf, wenn Du das liest – und ich hoffe, dass Du das liest: Lass uns das nächste Mal wieder einmal “Rally Speedway” spielen, trocken oder auf Eis. Und wenn Du bis dahin üben willst… hier und hier gibt es Commodore 64-Emulatoren, und da gibt es das Spiel (und sogar noch mehr, zum Beispiel den Original-Test aus der “64′er”, ausgerechnet von Boris Schneider). Ich würde mich sehr freuen – ich ramm Dich in die Büsche, und Ding-ding-ding-ding-PENALTY gibt es noch gratis oben drauf :).

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

Heute mal von gestern sein

September 25th, 2007

Vor einiger Zeit habe ich für stern.de eine Ode auf den Commodore 64 geschrieben. Und gerade bin ich bei Youtube auf dieses Video gestoßen: “100 Commodore 64 games in 10 minutes!”. Bezaubernde zehn Minuten. Nein, es war früher nicht alles besser. Aber bei sehr vielem haben wir damals nicht gedacht, dass es noch besser ginge. Ich meine: International Karate! Diese Animationen. Und fotorealistische Grafik! Das war damals mein erstes Original-Spiel – für Datasette.

Der Beginn einer Tradition

Dezember 26th, 1987

Heute ist der letzte Weihnachtsfeiertag.

Und ich habe etwas ganz Wundervolles getan: Alle drei Teile von “Zurück in die Zukunft” hintereinander gesehen. Ich glaube, das mache ich ab jetzt jedes Jahr!