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Drei Zeilen: ich
Oktober 19th, 2008
10 PRINT “HALLO WELT ”
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HALLO WELT HALLO WELT HALLO WELT HALLO WELT HALLO WELT HALLO WELT HALLO WELT HALLO WELT HALLO WELT HALLO WELT HALLO WELT HALLO WELT HALLO WELT HALLO WELT HALLO WELT HALLO WELT HALLO WELT HALLO WELT HALLO WELT HALLO WELT HALLO WELT HALLO WELT HALLO WELT HALLO WELT HALLO WELT HALLO WELT HALLO WELT HALLO WELT HALLO WELT HALLO WELT HALLO WELT HALLO WELT HALLO WELT . / USER BREAK
Es gibt Zeiten, da gibt es einfach nicht mehr zu sagen. Dann zählen nur noch Fakten.
Dinge des täglichen Gebrauchs
Oktober 10th, 2008
Innenansichten. Außenwelt. Drinnen sein, raus. Kommt derzeit nicht viel dabei rum. Hier liegt etwas. Mach ein Foto, bevor es sich abnutzt. Schreib was, dann bleibt was. Du arbeitest doch auf dem Satzbau. Der Blick in deinen Augen, ich bin da, weil du auch da bist. Oder schick wenigstens eine SMS, nur wegen des Sendetons. Und schreib mal wieder was in deinem Blog, gib ein gutes Bild ab. Spiel Enigma und codiere dich, dann steht da wenigstens was. Auch wenn du nicht weißt, was du sagen sollst. Gibt es Island noch? Heute Nachmittag gibt es Abwärtsstrudel zum Kaffee.
Zwei Weltkriege
September 30th, 2008
Ich habe gestern und vorgestern zwei Kriegsfilme gesehen. Der eine – die Langfassung von “Das Boot” – war auch nach all den Jahren beeindruckend, beklemmend und voller guter Schauspieler und Dialoge. Der andere war die Neufassung des Schulstundenklassikers “Die Brücke” von 1959, den ich wirklich zum ersten Mal in der Schule gesehen habe. Und der mich heute immer noch beeindruckt auch wegen der schauspielerischen Leistung von Fritz Wepper. Nun hat sich Pro Sieben an ein Remake gewagt, und es war grausam. Nicht nur wegen der unfassbar schlechten Schauspieler, der miesen Dialoge oder der Nazidarsteller, die wirkten, als hätten sie vormittags “Switch” gedreht und nachmittags Krieg gespielt. Und nicht nur, weil die Jungsgruppe aussah wie eine Mischung aus Goonies und TKKG (wobei Klößchen natürlich gleich als erstes gestorben ist) oder weil die Schauspieler weniger Tiefe zeigten als irgendwelche Pixelfiguren bei “Call Of Duty”, nein: weil dort ein wichtiges Thema zur Farce verkommen ist, zum kurzen Schusswechsel zwischen Vorabendprogramm und “TV Total”, mundgerecht zerhackt durch Werbung für den schnellen DSL-Anschuss. Immerhin musste ich am Ende kurz auflachen, weil der Regisseur Wolfgang Panzer heißt. Aber wahrscheinlich nehme ich das alles viel zu ernst und verspreche zu versuchen, an dieser Stelle nichts zum bestimmt irgendwann folgenden SAT1-Remake von “Holocaust” oder der RTL-Fassung von “Im Westen nichts Neues” zu schreiben.
EYES / AUGEN
September 28th, 2008
Wenn man schon mal einen Camcorder zu Hause hat, muss man ihn auch ausprobieren. Und wenn das Wetter nicht dazu einlädt, das draußen zu machen, habe ich das drinnen getan. Mit der vagen Idee im Kopf, einen Kurzfilm zu drehen darüber, in viele Augenpaare jeder von uns täglich blickt, wie oft uns ein Blick trifft, und wie viele dieser Blicke erst die Scheibe eines Bildschirms durchdringen müssen, um dann so zu tun, als würden sie uns erreichen – als wären wir damit gemeint. Kurz: Wie viele unserer Kontakte ausschließlich medialer Natur sind. Das Rohmaterial dieses Films ist gestern Abend innerhalb einer halben Stunde Fernsehprogramm entstanden, die Musik dazu ist von A. J. Holmes. Und, nein: Der Film hat keine Dramaturgie und keine Effekte, es gibt nicht einmal eine Handlung. Es ist nur der Versuch, mit einem Video etwas auszudrücken – eine krude Idee vielleicht, aber immerhin eine, an der man sich festhalten kann, wenn man so etwas nach langer Zeit zum ersten Mal macht. Und ich mag den Film eigentlich ganz gern.
Klick zum Start (und ich hoffe, der Film läuft auf allen Systemen)
Neue Wörter (update)
September 24th, 2008
Noch ein Wort, dass ich heute neu gelernt habe (und das ich äußerst süß finde):
Dosimeter
(so eins wie das da)
Leider nicht Dossimeter. Dann hätte ich gleich ein Geburtstagsgeschenk.
NQWIWP
September 21st, 2008
Eine liebe Freundin von mir hat mir ein Buch geschenkt. “Not Quite What I Was Planning” heißt es, und es ist eine Sammlung von Memoiren, die nur aus sechs Wörtern bestehen. Ausgedacht haben sich die Erinnerungen und Aphorismen die Leser des amerikanischen “Smith Magazine“, inspiriert wurden sie von Ernest Hemingway, der in den 20er Jahren gewettet hatte, dass er eine eindrückliche Geschichte selbst in sechs Wörtern erzählen könnte – und was dabei heraus kam, beeindruckt mich sehr: “For sale: baby shoes, never worn.” In dem besagten Buch finden sich 220 Seiten voller schöner, trauriger und lustiger Memoiren. Zum Beispiel diese hier:
I was born some assembly required.
She kissed me and I said yes.
Semicolons; I use them to excess.
Fifteen years since last professional haircut.
Study mathematics. Marry slut. Sum bad.
My first concert: Zappa. Explains everything.
Became my mother. Please shoot me.
Well, I thought it was funny.
Und hier sind ein paar, die ich mir ausgedacht habe:
Morgen wird bestimmt wieder alles anders.
14. C64. Amiga. PC. Mac. 39.
Ja, das Bügeleisen ist wirklich aus.
Komme später. Ich kann alles erklären.
Glück: Schönheit sehen in allen Dingen.
Das war vorher nicht da, oder?
Entschuldigung. Sie stehen auf meinem Fuß.
Oh, das habe ich nicht bemerkt.
Man trifft sich immer mal zwei.
Das war nie und nimmer Abseits!
Ja, das geht bestimmt noch besser. Vielleicht fallen mir noch andere ein.
Bis dahin: Eine schöne Woche allen.
Das hat mit Fuß, das hat mit Ball, …
September 17th, 2008
Manchmal stehe ich wie ein Kind vor einer Situation und verstehe gar nichts. Mein Kopf ist leer und sucht nach irgendeiner Erfahrung, aus der er ableiten könnte, wie er reagieren soll. Die Kurzfassung dieses Gefühls heißt: baff. Ich bin baff. Gestern war es wieder einmal soweit. Ich war in Bremen beim Championsleague-Spiel, ausgestattet mit Karten für den VIP-Bereich, wo es Schnittchen gibt und Schweinebraten und Designercurrywurst, Käseplatten und Dieter Eilts zum Angucken. Und es gibt Plüschsitze in Torkelweite zur Bar, von denen aus noch Priviligiertere als ich Fußball gucken können, hinter einer dicken Glasscheibe sitzend, abgetrennt von den noch weniger Priviligierten. Das heißt: Der VIP sitzt direkt hinter der Fankurve, schaut den Fans auf den Nacken, sieht, wie sie die Fäuste recken und mit den Händen klatschen, und die Scheibe ist genau so dick, dass zwar die Stimmung im Stadion noch laut genug hindurch dringt, der VIP aber vor allem anderen – Bierbecherwürfe, Zigarettenrauch, Fußball – geschützt ist. Und wenn sich die Fans umdrehen, sehen sie hinter der Scheibe den VIP, der weder etwas dafür bezahlt hat, dass er das Spiel sieht, noch etwas zu der Stimmung beiträgt. Er konsumiert nur aus sicherer Distanz – und die ist noch größer als die zwischen Fan und hochbezahltem Akteur auf dem Rasen, denn die haben wenigstens die Liebe zum Fußball gemeinsam. Denn dem VIP auf diesen Sitzen ist Fußball egal. Denn selbst, wenn er das Spiel auf den Fernsehern schauen würde, die überall um ihn herum angebracht sind, wäre er näher dran am Geschehen als dort hinter der Scheibe. Ich weiß, das ist normal. Das gibt es in allen größeren Stadien. Aber ich bin immer wieder erschüttert.


Neue Wörter
September 13th, 2008
Eine Freundin von mir arbeitet jetzt bei einem Unternehmen für Messtechnik – einem Bereich, mit dem ich bislang wenig zu tun hatte (außer, dass ein Freund auch einmal “Mess- und Regeltechnik” gelernt hat). Ich bin also gleich einmal auf die Homepage der Firma gegangen. Und was musste ich sehen? Diese Branche hat die längsten Produktbezeichnungen, die ich je gesehen habe! Viel längere sogar als das Wort “Produktbezeichnungen” selbst, und das ist ja auch nicht gerade kurz. Andere sind nicht so lang, klingen dafür aber überaus geheimnisvoll.
Hier sind meine Lieblingspräzisionsmesstechnikspezialbegriffe (alphabetisch):
Atemschutzmaskendichtsitzprüfgerät
Diffusionstrockner
Elekrosprayaerosolgenerator
Flügelradanemometer
Impaktoreinlass
Kondensationskernzähler
Luftgeschwindigkeitsmessumformer
Partikelgrößenspektrometer
Thermodenuder
Venturiventil
Volumenstrommesshaube
Feuilleton
September 10th, 2008
Manchmal treffen Natur und Technik zusammen, und es entsteht etwas Schönes dabei. Heute habe ich mir einen neuen Scanner gekauft, und eines der ersten Objekte, dass ich digitalisiert habe, ist dieses Blatt. Ein totes Blatt, das Gerippe eines Lebens, das hier nun weiter existiert als jpg – und das ich minutenlang anstarren könnte: So fein ist es, so einfach und komplex zugleich. So ruhig und kraftvoll. Ich merke mir: Näher an Dinge herangehen. In allem steckt alles.


Show. Fun. Action
September 7th, 2008
Gestern waren in der Schanze wieder einmal Demonstrationsfestspiele: “Linke” gegen Polizei, hin und her, Knüppel gegen Flaschen, wahrscheinlich hat die Sparkasse wieder keine Scheiben mehr, selbst hier ums Eck haben die Mülleimer gebrannt. Und heute war ich in der Provinz vor Hamburg und habe diesen Bus gesehen. Und ich stelle mir vor, wie das Gefährt sich gestern in der Schanze gemacht hätte und wie der Leiter der Einsatzkräfte “Show! Fun! Action!” über das Megafon des Wasserwerfers gerufen hätte statt des üblichen “Knüppel frei!” Gut, dass das wohl nicht der Fall gewesen ist – denn da wäre ich gerne dabei gewesen und würde mich bestimmt ewig daran erinnern. An den ersten jährlichen Schanzenfest-Afterworkclub mit einem ehrlichen Motto.

Belangloser Eintrag
September 5th, 2008
Mein Gott, ich muss dringend schlafen. Aber etwas in mir will das nicht. Vorgestern nicht wirklich, gestern auch nicht und heute erst recht nicht. Dabei freue ich mich immer, wenn ich schließlich im Bett liege und mich ausstrecke, wenn ich mein eigenes Gewicht nicht mehr tragen muss und der Mond durch mein Fenster fingert. Und müde bin ich auch. Eigentlich. Seltsam, das alles. Jetzt schreibe ich schon nach Mitternacht Blog-Einträge darüber, dass ich nicht schlafen mag, nur um nicht schlafen zu gehen. Vielleicht sollte ich währendessen noch im Fernsehen fremden Leuten beim Schlafen zusehen. Der Mensch ist ein seltsam Wesen. Und ich auch. Gute Nacht.
Grüße aus Baden-Württemberg,
September 1st, 2008
da wo die Sonne scheint – oder wohl bald: geschienen hat, und wo ich schon wieder so viele Maultäschle gegessen habe, dass es hier wohl bald zu einem Notstand kommen würde, wäre nicht morgen bereits mein Abreisetag. Es war schön, wieder einmal hier gewesen zu sein am Rande des Schwarzwalds, und ich freue mich darauf, bald noch einmal hier her zu kommen, da wo alle so schön Dialekt sprechen – manchmal so sehr, dass sogar ich sie nicht verstehe. Vielleicht schaffe ich es dann sogar einmal zu den Rockern in der Bierakademie. Man lernt ja nie aus.


Zahntechno
August 27th, 2008
Ich habe es getan. Heute morgen habe ich zum ersten Mal die Zahnpasta ausprobiert, die ich aus den USA mitgebracht habe und die ein wenig aussieht wie von Aliens produziert oder von einer Frankfurter Technoband aus den Neunzigern. Beides war für mich natürlich ein Kaufreiz, und sie schmeckt auch ganz lecker nach Grün. Was mich nur ein wenig stutzig macht, ist dieser Hinweis auf der Rückseite der Verpackung: If more than used for brushing is accidentally swallowed, get medical help or contact a Poison Control Center right away. (das ist übrigens deren Website).

Der Regen…
August 23rd, 2008
… geht bestimmt auch wieder vorbei, sagen mir meine innere Stimme und die Erfahrung von mehr als zehn Jahren Hamburg. Etwas sagt mir auch, dass ich das Wetter gerade sogar ein wenig mag – es regnet nun schon so lange, dass ich mich frage, ob das auch endlos so weiter gehen könnte. Das frage ich mich nicht zum ersten Mal, und wie immer muss ich dann an eine meiner Lieblingsgeschichten von Ray Bradbury denken aus seinem Buch “Der illustrierte Mann“. Sie heißt “Der lange Regen” und spielt auf der Venus, wo es ohne Unterlass seit vielen Jahren regnet. Ein Trupp Soldaten versucht, eine trockene “Sonnenkuppel” zu erreichen, um sie herum nur “der weiße, weiße Dschungel mit den bleichen, käsigen Blättern, der wie aus nassem Camembert geschnittenen Erde und den wie Riesenpilze aussehenden Baumstämmen”. Der Trupp wird auf der Suche nach der rettenden Kuppel wegen der immerfort auf ihre Köpfe prasselnden Regentropfen verrückt, und nur einer kommt lebend an. Ich stelle mir dann oft vor, wie Hamburg nach zehn Jahren Dauerregen aussehen würde, die Bäume vor meinem Balkon oder “Planten un Blomen”. Bestimmt auch sehr schön. Ich freue mich sowieso sehr, wieder hier zu sein, und ich freue mich auch, dass ich mich gestern noch dazu aufgerafft habe, in Leipzig ein Bild vom Eingang des Neuen Jüdischen Friedhofs zu machen, an dem die Straßenbahn zur Messe vorbei fährt. Nur über das Spiel gestern gegen Greuter Fürth will ich nicht reden, sonst werde ich wieder schwermütig. :)


Mach’s gut, Leipzig
August 21st, 2008
Ich wurde gestern von einem Freund darauf hingewiesen, dass mein Blog zwar ganz schön sei, ich aber bitte aufhören solle, ständig solch melancholische Stimmung zu verbreiten. Dem will ich gerne versuchen, Folge zu leisten. Ich gelobe also Besserung – doch heute geht es noch einmal nicht anders. Dabei bin ich nicht einmal melancholisch, sondern eher traurig. Denn heute ist der vorletzte Tag der „Games Convention“ in Leipzig, und ich beginne, die Stadt und die Leute (und sogar das Messegelände) zu vermissen. Die Freundlichkeit, den Dialekt, das „Thomasbräu“ an der Thomaskirche, die rasenden Taxifahrer, die Thüringer im Vorbeigehen, und sogar den Ausblick aus meinem Hotel (unten). Ich meine: Ich vermisse das wirklich, und ich kann von mir sagen, dass ich keinen Anteil daran habe, dass die Messe im kommenden Jahr in Köln stattfinden wird – im Gegensatz zu einer Videospielfirma, die eine ihrer Spielfiguren gegenüber dem Gewandthaus sehr öffentlich um den Verlust weinen lässt. Sieht süß aus, wirkt aber ein wenig geschmacklos, finde ich. Heute Abend geht es noch zur Branchenparty, morgen fahre ich mit zwei weinenden Augen zurück nach Hamburg, und… tja, dann scheint hoffentlich noch ein wenig die Sonne so wie hier.








