Cambridge, MA (2)

September 3rd, 2009

Jetzt bin ich schon eine Woche wieder hier, höchste Zeit also für ein paar letzte Eindrücke aus Cambridge. Hier regnet es gerade, und wahrscheinlich ist es auch an der Ostküste der USA kühler geworden, dennoch wird mir die Stadt immer als heiß und ein wenig feucht in Erinnerung bleiben – so wie viele Touristen Hamburg als regnerischen, grauen Ort beschreiben werden. Cambridge wird für mich außerdem immer die Stadt bleiben, in der mich ein Feuerwehrmann gefragt hat, ob ich mich nicht einmal in seinen roten Wagen setzen mag (nun gut, vielleicht habe ich ihn zuvor auch etwas zu lang angestarrt, als dass er mich einfach so hätte weiter laufen lassen können); er hat mir sogar den Funk und die Martinshörner angemacht – nur fahren durfte ich leider nicht. Ich könnte jetzt also “ein Mal in einem amerikanischen Feuerwehrwagen sitzen” von meiner Was-ich-unbedingt-machen-will-Liste streichen, würde ich eine solche Liste führen. Desweiteren könnte ich nun “aus Trotz nicht zu Starbucks gehen” und “mich wieder einmal im Supermarkt fühlen, als käme ich vom Dorf” abhaken. “Im Paradies zu Lebzeiten ein Bier trinken” habe ich leider nicht geschafft, obwohl es geöffnet war. Und das ist im nachhinein schade, wie ich finde.



Das Spannende und natürlich auch etwas Bedenkliche an den Vereinigten Staaten ist, dass man auf Schritt und Tritt gezeigt bekommt, wo man sich befindet. An die Vielzahl der USA-Fahnen kann ich mich auch nach dem x-ten Besuch nicht gewöhnen. Für die Amerikaner ist das natürlich normal, weswegen sie stets ein wenig verwundert schauen, wenn man ein Foto davon macht. Diese Flagge hängt am Flughafen von Boston. Der ist zwar nicht besonders groß, dafür hat sich der Architekt große Mühe gegeben, ein Gebäude voller strenger Formen und Linien zu erschaffen; die Besucher sollen gar nicht erst auf die Idee kommen, es könnte sich dabei um einen Ort zum Verweilen handeln. Nein, das hier ist ein An- und Abort, ein Filter zwischen der Welt da draußen und den USA. Wahrscheinlich reinigen sich die Wände nach Betriebsschluss sogar selbst.


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